Wer Inhalte erstellt, wie zum Beispiel eine Abbildung oder einen Text, und diese dann im Internet verbreiten will, kann verschiedene Gründe haben. Einer könnte der Wunsch sein, dass der Creator dieser Inhalte gerne möchte, dass andere von seinem kreativen Schaffen oder seinen gewinnstiftenden Ideen, kurzgesagt, seiner Kopf-Arbeit, profitieren können sollen. Doch was soll mit den Inhalten nach der Veröffentlichung geschehen, was soll erlaubt sein und welche Form der Nutzung ist nicht gewünscht? Und wie kann der Creator bei Veröffentlichung die Nutzung steuern? Diese Fragen soll dieser Blogpost beantworten und eine Lösung bieten.
In dieser Situation gibt es also den Creator, den erschaffenen Inhalt und den Nutzer, z.B. die Betrachter Ihrer Abbildung. Der Creator hat Erwartungen an die Nutzung des Inhalts durch den Empfänger und der Empfänger besitzt gewisse Wünsche zur Nutzung. Diese Erwartungen des Creators und die Nutzungswünsche des Nutzers müssen leider nicht immer übereinstimmen. Doch wer hat Recht, wer darf bestimmen, was mit den Inhalten passiert? Ohne Regelung kann es hier leicht zu einem Interessenskonflikt und bösem Blut kommen.

Es ist so: Sollten Sie der Creator des Inhalts sein, dürfen Sie die für Sie vorteilhafte Form der Nutzung durch die Wahl geeigneter Lizenzen festlegen. Durch die folgende Analyse der Creator-Erwartungen und der Empfänger-Wünsche können die richtigen Creative Commons Lizenzen abgeleitet werden, die Sie Ihrem Inhalt beifügen dürfen. Doch sollten diese Lizenzen klug gewählt werden, denn Rechte, die einmal mittels Creative Commenz Lizenzen erteilt wurden, können nicht zurückgenommen werden.
Wünsche des Nutzers
Der Nutzer, der den neu erschaffenen Inhalt im Internet antrifft, kann die folgenden Interessen oder Wünsche im Umgang mit dem Inhalt haben:
- Inhalt betrachten,
- Inhalt abspeichern,
- Inhalt mit anderen teilen (sei es durch Weitergabe des Links, oder nur des Inhalts),
- Inhalt verändern,
- eigenen Inhalt erstellen indem der Empfänger auf die Inhalt aufbaut und
- Inhalt (oder Änderungen oder darauf aufbauenden Inhalt) kommerziell verwenden.
Im Prinzip stellt ein Inhalt eine gewisse Idee dar, bzw. transportiert sie. Durch den Austausch und das Weiterdenken von Ideen ist die Menschheit heutzutage da, wo sie steht. Es ist also nur natürlich, dass das Spektrum der Empfänger im Normalfall von 1. bis 6. reichen kann. Nun ist die Frage, ob all diese Wünsche sich auch mit den Erwartungen an die Nutzung des Creators decken.
Erwartungen des Creators
Die üblichsten Erwartungen eines Creators an den von ihm veröffentlichten Inhalt sind meistens
- in angemessener Quellenangabe erwähnt werden,
- andere mit dem Inhalt (und der damit transportierten Idee) bereichern,
- Veränderungen am Inhalt erlauben oder verbieten,
- oder an eventuellen kommerziellen Verwendungen partizipieren.
Da das Urheberrecht beim Urheber, also dem Creator liegt, darf er entscheiden, welche Verwendung erlaubt werden soll. Aber sind wir mal ehrlich, Punkt 1, also der angemessenen Quellenangabe, sollte von Nutzern und Weiterdenkern, die mit dem Inhalt etwas anstellen wollen, aus Gründen des Anstandes immer eingehalten werden.
Creative Commons
Das Urheberrecht gewährt automatisch dem Urheber eines Werkes bestimmte Rechte, wie das Recht auf Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Darbietung. Diese Rechte liegen standardmäßig beim Urheber, können aber auf ausdrücklichen Wunsch abgetreten oder lizenziert werden.
Creative Commons bietet Urhebern die Möglichkeit, ihre Werte unter gewissen Lizenbedinungen zu verbreiten, die es anderen die Nutzung unter bestimmten Bedingungen ermöglicht. Der Trick ist hier, dass eine individuelle Genehmigung nicht erforderlich ist, aber zusätzlich erteilt werden kann.
Das bedeutet, dass Urheber (Creator) den Nutzern mittels Auswahl der geeigneten Creative Commons Lizenz klar und einheitlich kommunizieren können, welche Rechte sie anderen einräumen möchten und ermöglichen den Nutzern, die Bedingungen für die Verwendung von Werken schnell und einfach zu verstehen. Doch welche Lizenzen gibt es?
Creative Commons Zero (CC0)

Bei dieser Lizenz gibt der Urheber das Urheberrecht auf den Inhalt auf und übergibt es der Public Domain. Es werden keine Bedinungen an die weitere Verwendung gestellt. Zum Beispiel ist der berühmte Micky Maus Film „Steam Boat Willie“ von 1928 ist dieses Jahr in den USA in die Public Domain übergegangen. Ausgehend von der Abgabe aller Urheberrechte, können die Urheberrechte auch beim Urheber verbleiben, in dem stringentere Creative Commons Lizenzen verwendet werden, die nun vorgestellt werden sollen.
Creative Commons By You (CC BY)

Die nach der Public Domain freiste und lockerste Form der Nutzung durch die Nutzer. Diese müssen die Quelle angemessen angeben, dürfen aber, falls gewollt, mit dem Inhalt alle 1-6 Wünsche des Nutzers anstellen.
Creative Commons By You-ShareAlike (CC BY-SA)

Im Prinzip wie die CC BY Lizenz, aber mit der Einschränkung, dass Änderungen an dem Inhalt bei Verbreitung nur unter der gleichen Lizenz, also hier CC BY-SA, stattfinden dürfen. Hier dürfen Nutzer also alle 1-6 Wünsche eines Empfängers anstellen, dürfen aber die Lizenz nicht verändern.
Creative Commons By You-NonCommercial (CC BY-NC)

Das Kürzel „NC“ steht für NonCommercial, also erlaubt diese Lizenz nur die nicht-kommerzielle Nutzung und somit sind nur noch die Wünsche 1-5 eines Nutzers auslebbar.
Creative Commons By You-No Derivates (CC BY-ND)

No Derivates, bedeutet, dass jegliche Veränderung des Inhalts nicht gestattet ist. Der Inhalt darf nur so verwendet werden, wie er vorliegt. Das kann sinnvoll sein, z.B. bei persönlichen Aussagen aus einer öffentlichen Anhörung, wo den Sprechern nicht das Wort im Munde umgedreht werden sollte. Hier wären also die Wünsche 1-3 und 6 (für unveränderte Inhalte) gestattet.
Creative Commons BY-NC-SA

Man kann auch verschiedene Einschränkungen miteinander kombinieren wie hier bei CC BY-NC-SA. Der Inhalt darf nur nicht-kommerziell verwendet werden. Das Kürzel ND für „unveränderlich“ fehlt, also darf der Inhalt verändert und dann verbreitet werden, solange damit kein Geld verdient wird. Jede Weiterverbreitung veränderter Inhalte darf dann nur unter der gleichen Lizenz (Stichwort „SA„) erfolgen, also ebenfalls mit der CC BY-NC-SA Lizenz. Damit ist die Kommerzialisierung der veränderten Inhalte ausgeschlossen. Wünsche 1-5 sind gewährleistet, wenn die Lizenz CC BY-NC-SA für jeglichen Inhalt, der aus dem Originalen resultiert, übernommen wird.
Creative Commons BY-NC-ND

Bei dieser Lizenz darf der Inhalt nicht kommerziell genutzt oder verändert werden. Das heißt, nur die Empfängerwünsche 1 bis 3 sind gestattet.
Zusammenfassung und Fazit
Der Urheber eines Inhalts ist Inhaber der Urheberrechts und kann für die Nutzung seiner Inhalte die Lizenz für die Benutzung durch dritte frei wählen. Die Creative Commons Lizenzen liefern hier eine hand voll übersichtliche Optionen, die ein Creator leicht auswählen kann und Nutzer schnell ihre Nutzungsrechte ermitteln können. Wer sich unsicher ist, oder nicht jede Lizenz im Detail verstehen will, bevor er sie anwenden muss, kann auch auf den License Chooser von Creative Commons zugreifen und sich bei der Auswahl leiten lassen.
